Neben des Rechtes am Bild, sowie des Rechtes am eigenen Bild, kann es auch zu einer Abmahnung kommen, wenn der Veröffentlicher zwar möglicherweise die entsprechende Einwilligung des Fotografen besitzt, aber nicht bedenkt, dass das auf dem Foto abgebildete Motiv selber urheberrechtlich geschützt ist.

Denkbar ist dies bspw. bei der Abbildung eines Kunstwerkes. Kunstwerke sind grundsätzlich nach § 2 Abs. 1 UrhG, soweit es sich tatsächlich um eine geistige Schöpfung im Sinne eines Werkes handelt, urheberrechtlich geschützt. Soweit in diesen Fällen eine Zustimmung der Veröffentlichung durch den Künstler, bspw. einem Bildhauer nicht vorliegt, können auch bei der Veröffentlichung solcher Fotos entsprechende Abmahnungen ausgesprochen werden.

Fotografieren

Wir vertraten kürzlich einen Fotografen, der, im Übrigen künstlerisch sehr wertvoll, eine aus Ton gestaltete Engelsfigur fotografierte, und dieses Foto an ein großes Möbelunternehmen weiterlizensierte. Dieses Möbelunternehmen bot dieses Foto sodann in verschiedenen Größen und Ausführungen als Poster, bzw. als Bild an. Kurz nachdem das Angebot dieses Möbelunternehmens in der Werbung publik gemacht wurde, wandte sich der Künstler, mithin der Urheber der Engelsfigur per Abmahnung an das Möbelunternehmen und nahm dieses auf Unterlassung, Schadensersatz sowie Auskunft in Anspruch. Fest stand nämlich, dass die abgebildete Engelsfigur urheberrechtlich geschützt war und eine Einwilligung zur Veröffentlichung, insbesondere auch zur gewerblichen Nutzung, nicht gegeben war.

Das Möbelunternehmen entschloss sich sodann folgerichtig dazu, eine modifizierte strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben und verhandelte mit dem Künstler einen entsprechenden Vergleich.

Da das Möbelunternehmen das entsprechende Foto, durch den Fotografen erhalten hatte, nahm das Möbelunternehmen unsere Mandantschaft entsprechend in Regress. Glücklicherweise konnten auch wir mit dem Möbelunternehmen einen für unsere Mandantschaft sehr günstigen Vergleich aushandeln. Die Problematik in diesem Fall bestand darin, dass der durch das Möbelunternehmen zu zahlende Schadensersatz aufgrund hoher Verkaufszahlen sehr hoch war. Da die Verhandlungen mit dem Möbelunternehmen in unserer Kanzlei geführt wurden, konnten wir unsere Mandantschaft gerade noch vor der Insolvenz retten.

Alleine dieses Beispiel zeigt, dass durch die unüberlegte Verwendung und Erstellung von Fotos, gerade auch im professionellen Bereich, erhebliche Schadensersatzforderungen, wie im oben genannten Beispiel in Form der Regressforderung, ausgelöst werden können.

Seien Sie daher als Berufsfotograf, Künstler, Onlinehändler stets auf der Hut. Im Zweifel lassen Sie sich bitte anwaltlich beraten. Denn eine anwaltliche Beratung kann vor weitaus größeren Forderungen schützen.

Bildnachweis: 101026418 - Minerva Studio - fotolia.de
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