Ist Ihr Recht am eigenen Bild verletzt, stehen Ihnen umfangreiche Ansprüche zu.

1. Unterlassung

Ansprüche bei VerletzungSoweit das Recht am eigenen Bild verletzt ist, steht dem Abgebildeten ein Anspruch auf Unterlassung nach den Vorschriften der §§ 823 Abs. 1, 1004 BGB analog i. V. m. §§ 22, 23 KunstUrhG zu. Wie bei der Verletzung des Rechtes am Bild, kann der Abgebildete von demjenigen, der das entsprechende Bild veröffentlicht hat, die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung verlangen. Auch dieser Anspruch wird im Wege einer formellen Abmahnung sodann durchgesetzt.

2. Schadensersatz

Im Gegensatz zur Verletzung des Rechtes am Bild steht dem Verletzten bei der Verletzung seines Rechtes am eigenen Bilde nur unter eingeschränkten Voraussetzungen ein Schadensersatz zu. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes bedarf es für die Zahlung eines Schadensersatzes eines schwerwiegenden Eingriffs in das Persönlichkeitsrecht. Regelmäßig ist dies dann der Fall, wenn durch die Veröffentlichung die Intimsphäre verletzt wird oder der Abgebildete in einer grundsätzlich verunglimpfenden Situation gezeigt wird.

Gleiches gilt auch dann, wenn bspw. das entsprechende Bild für die Werbung eingesetzt wird. Auch in diesen Fällen kann dem Abgebildeten ein Schadensersatzanspruch zustehen.

Insbesondere bei der Abbildung von Kindern wird häufig ein Schadensersatz durch die Gerichte zugesprochen.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Vor einiger Zeit wandten sich die Eltern einer 7-jährigen kleinen Tochter an unsere Kanzlei mit folgendem Sachverhalt:

Die Eltern hatten im Rahmen einer Messe den Betreibern drei Jahre zuvor ein Foto ihrer Tochter zur Verfügung gestellt. Das Foto sollte zur Bewerbung einer Kindermodenschau verwendet werden, was dann auch geschah. Zwei Jahre später mussten die Eltern jedoch feststellen, dass bei einer Neuauflage der Messe im Rahmen eines verteilten Flyers das Foto erneut, jedoch ohne konkrete Einwilligung der Eltern, verwendet worden war. Daraufhin wurde die Gegenseite zunächst durch uns außergerichtlich auf Unterlassung und Schadensersatz in Anspruch genommen. Eine entsprechende Unterlassungserklärung wurde abgegeben. Schadensersatz, als auch die Kosten unserer Rechtsverfolgung, wurden nicht geleistet, da die Gegenseite die Ansicht vertrat, dass die damalige Einwilligung fortwirke. Die Abgabe der Unterlassungserklärung erfolgte vor dem angesetzten Datum der Messe. Als die Eltern unserer Mandantschaft sodann die Messe selbst besuchten, mussten Sie feststellen, dass an mehreren Ständen ein entsprechender Flyer dennoch verteilt worden war. Sodann beauftragten unsere Mandanten uns damit, die versprochene Vertragsstrafe geltend zu machen. Weder wurde jedoch die geforderte Vertragsstrafe, noch der unstreitig bestehende Schadensersatz außergerichtlich geleistet.

Nachdem uns Klageauftrag erteilt worden war, machten wir die Ansprüche unserer Mandantin beim Landgericht Bochum anhängig. In der Verhandlung wurde ein Vergleich dahingehend erzielt, als dass die Gegenseite an unsere Mandantschaft einen Pauschalbetrag in Höhe von 3.500,00 € zu zahlen hatte. Ferner wurden der Gegenseite vollumfänglich die Kosten des Rechtsstreites auferlegt.


Alleine dieses Beispiel zeigt, dass bei der Veröffentlichung von Fotos, auf denen Personen abgebildet sind und deren Einwilligung hierzu fehlt, hier absolute Vorsicht geboten ist.


Sollten Sie Betroffener einer Abbildung sein, oder sollten Sie Fragen zu der Rechtmäßigkeit einer Veröffentlichung haben, stehen wir Ihnen bundesweit mit unserem Spezialwissen zur Verfügung.

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