Die Frage, wann und welche Bilder urheberrechtlichen Schutz genießen, ist recht einfach zu beantworten. Die Antwort lautet: Alle digitalen und analogen Fotos genießen urheberrechtlichen Schutz!

Nach § 2 Abs. 1 Nr. 5 UrhG handelt es sich bei Lichtbildwerken um geschützte Werke, soweit diese eine persönliche geistige Schöpfung darstellen.

Recht am eigenen BildDurch diese Vorschrift wird zunächst zum Ausdruck gebracht, dass grundsätzlich einfache Knipsbilder – zumindest nach dieser Vorschrift – keinen urheberrechtlichen Schutz genießen. Für die Annahme eines Lichtbildwerkes im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 5 UrhG ist es daher erforderlich, dass es sich hierbei um eine persönliche Schöpfung handelt, die sich in einer wahrnehmbaren Formgestaltung widergibt, einen geistigen Gehalt hat und von einem individuellen Charakter geprägt ist. Letztendlich kommt es bei der Frage des Vorliegens eines Lichtbildwerkes also darauf an, ob es sich um ein hochwertiges Bild, bspw. gefertigt durch einen Berufsfotografen oder einen anderen professionellen Fotografen handelt, oder um ein einfaches Knipsbild, welches aufgrund des digitalisierten Zeitalters zwischenzeitlich millionenfach am Tag bspw. durch die Handyfotografie, entsteht.

Voraussetzungen des § 2 Abs. 2 UrhG

Betrachtet man die Voraussetzungen des § 2 Abs. 2 UrhG könnte man hier zu dem Schluss kommen, dass das einfache Knipsbild, da dies in der Regel keinen individuellen Charakter hat, nicht dem Schutz des Urheberrechtes unterliegt und daher frei verwendet werden könnte.

Dem ist jedoch nach dem Urhebergesetz gerade nicht so. Das Urhebergesetz sieht neben dem Lichtbildwerk auch den Schutz von einfachen Lichtbildern vor, § 72 UrhG.

Dort heißt es: „Lichtbilder und Erzeugnisse, die ähnlich wie Lichtbilder hergestellt werden, werden in entsprechender Anwendung der für Lichtbildwerke geltenden Vorschriften des Teil 1 geschützt. Das Recht nach Abs. 1 steht dem Lichtbildner zu.“

Hieraus folgt, dass neben dem qualitativ hochwertigen Lichtbildwerk auch das einfache Knipsbild geschützt ist. Es handelt sich hierbei um ein sogenanntes Leistungsschutzrecht, welches für das Erfordernis eines urheberrechtlichen Schutzes gerade keine Werkqualität benötigt. Es steht damit fest, dass grundsätzlich alle digitalen Fotos, die im Internet kursieren, urheberrechtlich geschützt sind.

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