Kann ich unbedenklich Fotos, welche ich im Internet, bspw. bei der Google-Bildersuche finde, verwenden?

Die Antwort heißt eindeutig nein! Letztendlich muss von der Verwendung von Fotos aus dem Internet grundsätzlich abgeraten werden. Soweit möglich, sollten entsprechende Fotos, entweder ordnungsgemäß bei entsprechenden Bildagenturen erworben werden oder selbst angefertigt werden. Denn jedes Foto, welches Sie im Internet finden, ist urheberrechtlich geschützt! So können Fotos durchaus auch mit mehreren Rechten belegt sein, sodass es rein theoretisch sogar möglich ist, wegen eines Fotos mehrere Abmahnungen durch verschiedene Rechteinhaber, bspw. dem Fotografen und dem Abgebildeten zu erhalten.

Es gibt doch auch Fotos, welche im Internet als urheberrechtsfrei angepriesen werden. Kann ich diese bedenkenlos verwenden?

Die Antwort heißt eindeutig nein! Soweit Ihnen die ursprüngliche Quelle, mithin der Fotograf, nicht bekannt ist, können Sie bei dem Fund eines solchen Fotos im Internet nicht rechtssicher abschätzen, ob auch der Fotograf seine Rechte hieran aufgeben, bzw. einer dritten Person zur ausschließlichen Nutzung vollumfänglich eingeräumt hat. Vermeiden Sie daher auch solche Verwendungen!

Wie sieht es denn aus mit sogenannten Creative-Commons-Lizenzen?

Auch bei diesen Lizenzen ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Wird bei einem Foto eine solche Lizenz eingeräumt, so ist es von entscheidender Bedeutung, dass zwar die grundsätzliche Verwendung unentgeltlich erfolgt, jedoch mit der Verwendung auch weitere Bedingungen, wie bspw. die Urheberbenennung oder auch die Setzung eines Links verbunden ist. Es ist daher in diesem Fall von entscheidender Bedeutung, sich genau mit dieser Lizenz auseinanderzusetzen, um sich nicht letztendlich doch dem Vorwurf einer Urheberrechtsverletzung auszusetzen!

Das Foto ist doch nicht mit einem Copyright-Zeichen versehen. Sodann kann ich dies doch nutzen, oder?

Nein! Das berühmte Copyright-Zeichen hat im deutschen Recht entgegen landläufiger Meinung keinerlei Bedeutung! Auch in diesem Falle sollte daher eine Nutzung unterbleiben.

Wenn ich eine Abmahnung bekommen habe, kann ich doch versuchen, dies selber mit dem Abmahner zu regeln, oder?

Nein! Hiervon ist dringend abzuraten! Sie müssen sich vergegenwärtigen, dass auf der Gegenseite im Regelfall ebenfalls Profis sitzen, deren Ziel es ist, die Ansprüche ihrer Mandantschaft bestmöglich durchzusetzen. Insbesondere die Abgabe der vorformulierten Unterlassungserklärung birgt besondere Gefahren. So sind in diesen Unterlassungserklärungen häufig Verpflichtungen enthalten, die über die eigentliche Rechtsverletzung, d.h. den eigentlichen Vorwurf, weit hinausgehen. Haben Sie die vorformulierte Unterlassungserklärung, möglicherweise auch mit einer sogenannten Kostentragungsvereinbarung unterzeichnet, kann dies als Schuldanerkenntnis gewertet werden, sodass Sie sich letztendlich gegen die Forderung in einem gerichtlichen Verfahren überhaupt nicht mehr wehren können.

Wenn ich eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben habe, und das Foto von meiner Seite gelöscht habe, dann ist die Sache doch erledigt, oder?

Nein, durchaus nicht! Das alleinige Entfernen des Fotos von der Seite genügt in den meisten Fällen nicht. Das Foto sollte auch zusätzlich von dem Server gelöscht werden, auf dem Ihre Homepage liegt. Denn so ist es möglich, dass bei einer händischen, d.h. manuellen Eingabe der alten URL, unter der das Foto früher abrufbar war, dieses weiter auftaucht. Die oberlandesgerichtliche Rechtsprechung in der Bundesrepublik geht insoweit zwischenzeitlich konform, dass auch dies eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Kommt es zu einer solchen Zuwiderhandlung, werden neben erneuten Abmahnkosten auch Vertragsstrafen nach der Rechtsprechung der Oberlandesgerichts fällig.

Handelt es sich bei am Computer erstellten Grafiken, die fotoähnlich sind, ebenfalls um Lichtbilder oder Lichtbildwerke?

Nein, es handelt sich hierbei nicht um Lichtbilder oder Lichtbildwerke. Es handelt sich hierbei um ein mögliches Werk nach § 2 Abs. 1 UrhG. Auch diesbezüglich tritt erst dann Urheberrechtsschutz ein, soweit es sich um eine persönliche geistige Schöpfung handelt.

 

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